Braut Make-Up – Wie Du es NICHT machen solltest

Ach, Hochzeit ist doch eins der schönsten Tage im Leben einer Frau, nicht wahr? Jedes kleine Mädchen träumt von DEM weißen Kleid, Blumen, Freude und allem was zu dem Tag X gehört. (Gerade gestern ist meine 3-jährige Tochter vor einem Schaufenster mit Hochzeitskleidern stehen geblieben, und sagte wie verzaubert – Mama, ich will auch so ein Kleid!) Und so ein Tag mag sorgfältig geplant sein. Bald fängt die Hochzeits-Season wieder an und ich möchte meine Erfahrung mit Dir teilen, damit Du an Deinem großen Tag nicht so aufgeschmissen bist, wie ich es war. Spoileralarm! Der Hochzeitstag war märchenhaft, aber Make-Up – eine Katastrophe.

Am 06.09.2013 habe ich zu meinem lieben Mann das JA-Wort gesagt. Das war ein sonniger warmer Spätsommertag und wir hatten eine kleine Familienfeier geplant, gemütlich im Garten voller Blumen. Die Hochzeitsvorbereitungen an sich waren ein ganzes Abenteuer, aber in diesem Artikel geht es um das Make-Up. Wie es so ist – the Brides-To-Be werden an dieser Stelle verständnisvoll nicken- musste ein Friseur und Make-Up Termin schon Monate im Voraus gebucht werden. Den Termin habe ich bei der Friseurin meines Vertrauens gehabt, die sich 2 Jahre lang um meine Haare gekümmert hat. Wir haben mehrere Probefrisuren gemacht und uns auf eine Variante festgelegt. Da es mein Hochzeitstag war und ich wusste, dass es eh hektisch zugehen wird, wollte ich mich nicht selber schminken, sondern mich auch ein stückweit verwöhnen lassen -also auch Make-Up machen lassen. Das wollte ebenfalls meine friseur-Meisterin machen. Also, soweit, so gut. Und dann 2 Wochen vor der Hochzeit meldet sich plötzlich die Friseurin mit der Nachricht „Du, tut mir sehr leid, aber ich habe an dem Tag einen anderen Termin. Ich dachte, ihr heiratet am Samstag, aber das ist ja Freitag. Also, ich kann am Freitag nicht, sorry“. An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass die Friseurin nicht in einem Salon gearbeitet hat, sondern „freiberuflich“, was nichts daran ändert, dass sie mit meinen Haaren hervorragend umgehen konnte. Ja. Zu sagen, dass mir bei diesem Anruf der Kiefer runtergefallen ist, heißt nichts zu sagen. Ich habe die ganze Palette der Gefühle innerhalb weniger Sekunden erleben dürfen – von „Erm, Du willst mich doch auf den Arm nehmen und das ist ein schlechter Scherz“ über Wut und Ärger bis hin zu Panik und Trennen. Sofort machte ich mich auf die Suche nach allen, aber wirklich allen Friseuren in der Umgebung, habe alle abtelefoniert und jedes Mal dasselbe gehört „Wie, Hochzeitsfrisur in 2 Wochen? Neinneinnein, wir sind ausgebucht“. Der letzte auf der Liste war ein kleiner Friseursalon in unserem Ort. Die Inhaberin hat sich bereit erklärt sogar die Probefrisur zu machen. Ich bin zu ihr nicht gefahren, ich bin zu ihr geflogen, als sei sie die einzige Rettung in der Not. Probefrisur hat die Dame tatsächlich lockerflockig in 30-40 Minuten hingekriegt und ihre Arbeit hat mir sehr gut gefallen. So gut, dass ich aufs Probe-Make-Up verzichtet habe. Wenn ich damals wusste, wie ich diese Entscheidung bereuen würde…

Es war endlich soweit- der große Tag ist gekommen. Ich, mit meinem Schleier in der Hand, fahre zur Friseurin zum um 9 Uhr ausgemachtem Termin. Sie hat mich gebeten, die Haare zuhause zu waschen, aber nicht zu trocknen – es waren lediglich 5 Minuten mit dem Auto von meinem Haus. Um 9 Uhr stehe ich da, ruhig und zufrieden, in der Erwartung, wunderhübsch in spätestens 1,5 Stunden fertig zu sein. Da wäre noch die Zeit für die Fotos von „Morgen der Braut“ drin gewesen – Standesamt Termin war auf 12 Uhr aufgesetzt. 2,5 Stunden. 2,5 !!! Stunden hat die Dame sich mit meinen Haaren beschäftigt. Meine Geduld schwand mit jeder Minute. Als sie endlich mit der Frisur fertig war, meinte sie „so, nun hole ich die Schminke und gleich sind Sie bereit!“. „Gleich?“, dachte ich, „gut, wenn ich in einer halben Stunde fertig bin“. Als sie mit der „Schminke“ zurückkam, wollte ich meinen Augen erst mal nicht glauben. Von den Pinseln, einer Make-Up Palette, Foundation oder sonst irgendwas fehlte jede Spur. Alles, was sie dabeihatte, waren ein brauner nicht gespitzter Augenstift, Mascara der Marke, von der ich nie gehört habe, Rouge und Lippenstift. Ganz ehrlich – wenn ich jetzt darüber nachdenke, verstehe ich nicht, warum ich nicht aufgestanden und einfach gegangen bin. Ich war wie paralysiert und dachte, ich träume. Sie bat mich die Augen zu schließen. Und ich wie unter Hypnose, habe sie geschlossen. Nach – nicht zu lügen – einer (1 !!!) Minute, war sie tatsächlich fertig. Und das, was ich im Spiegel gesehen habe, hätte mich zum Ausrasten bringen müssen. Zwei total schief gezogene Braune Linien auf den Augenliedern. Zwei rote Backen wie bei einer Matrjoschka und schrecklicher, absolut grauenhafter Lippenstift im Orange-Ton „schmückten“ nun mein Gesicht. Ich hätte auf die Palme gehen müssen, habe es aber nicht getan. Ich wollte nicht, dass mein Hochzeitstag mit einer Beauty-Katastrophe anfängt. Ich bin aufgestanden, habe an der Kasse Geld hingelegt und bin in absoluter Stille aus dem Salon rausgegangen. Habe mich ins Auto gesetzt, bin nach Hause gefahren und sobald meine Schwiegermama mir die Tür aufmachte, platzte alles aus mir raus.

Ich bin in Trennen ausgebrochen und ins Schlafzimmer gestürmt und mit sehr Drama-Queen-like lautem Knall die Tür zugemacht. Das ganze Haus war voller Gäste und natürlich wollten alle wissen, wo die Braut steckt und was da los ist. Das machte die Sache natürlich nicht besser. Und als ich mich -jetzt noch verheult-im Spiegel halbe Stunde vor der Trauung gesehen habe, bin ich in Selbstmitleid versunken und habe bitterlich geweint. Ich weiß nicht mehr, wer genau das war- mein Papa, meine Schiegermama oder die Tante, aber irgendwie haben sie mich beruhigt. Und dann meinte die Schwiegermama „du kannst dich doch selber schminken, komm, verliere keine Zeit“. Erstmal alles aus dem Gesicht weggewischt und los geht’s. In schon weniger als einer halben Stunde, so aufgebracht und unvorbereitet, musste ich das Beste daraus machen. Das habe ich, hoffentlich, geschafft. Na ja, ich bin eine viertel Stunde zu spät zur Trauung gekommen, aber mein Make-Up konnte sich sehen lassen. Und ich muss dazu sagen, dass mein Make-Up-Arsenal damals sehr übersichtlich war. Jedenfalls war der Tag gerettet. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich rein gar nichts an diesem Tag ändern bis aufs Make-Up. Am liebsten hätte ich mich gleich selber schminken sollen. Hätte ich mich darauf eingestellt, könnte ich schon Wochen woraus die notwendigen Beauty-Produkte kaufen und mehrmals den Hochzeitslook üben, um ihn dann perfekt schminken zu können. Die Frisur übrigens fing an so gegen 16 Uhr auseinander zu fallen und meine Freundin musste mit meinen Haaren improvisieren =)

Also, hier meine Tipps –

    1. Wenn es finanziell möglich ist, lass die Probefrisur und Probe-Make-Up bei verschiedenen Meistern machen. Wenn nicht, dann sind wenigstens eine Probe-Frisur und ein Probe-Make-Up ein Muss.
    2. Mach den Termin in einem Salon aus, so dass im Fall der Fälle jemand für euren Friseur/Make-Up Artist einspringen kann.
    3. Wenn Du Dich selber schminken kannst, mach das. Du kennst Dein Gesicht am besten. Mach Probe-Make-Up, mach Fotos bei Tages- und Abendlicht um zu sehen, wie das Make-Up wirkt.
    4. Bei allen drei Punkten hör auf Dein Bauchgefühl. Ich habe so eine Vorahnung gehabt, habe mich aber auf den „Profi“ verlassen.
    5. Komme, was wolle- lass Dich nicht stressen und entmutigen. Das ist Dein Tag. Egal wie gut die Hochzeit geplant ist, irgendwas läuft immer nicht nach dem Plan. Genieße den Tag.

Habt ihr „besondere“ Erlebnisse mit Friseuren oder Make-Up-Artist zu den wichtigen Veranstaltungen gehabt? Ich wüsste nur zu gern, ob ich nur so ein Glückspilz bin =)

2 Comments

  1. Jecky | Want Get Repeat April 22, 2017 / 11:13 am

    Wow, die Geschichte hat mir irgendwie echt Gänsehaut gemacht! Klar, von Außen betrachtet ist es ja nur so eine Kleinigkeit, das Make-Up, aber als Frau an diesem besonderen Tag… die Story ist wirklich der Horror! Wie toll, dass du es geschafft hast, das beste daraus zu machen und dir nicht hast den Tag versauen lassen. Ich bin seit ein paar Monaten verlobt und überlege ernsthaft mein Make-Up selbst zu machen!

    XX aus Nürnberg
    Jecky
    Want Get Repeat

    • Nektarinchen April 24, 2017 / 12:52 pm

      Hallo Jecky,

      na dann erst mal herzlichen Glückwunsch! =) Die Hochzeitsplannung ist ja so aufregend! Steht der Hochzeitstermin schon? Und selber schminken – man schaut sich ja jedenfalls in dem Spiegel an, kennt jedes Fältchen und jede Besonderheit, man weiß, was einem steht und was man mag. Daher scheint es mir so ziemlich der beste Weg zu sein. Es sei denn, man kennt einen echt supertollen Profi, der vielleicht einen ganz anderen Look findet, als man es sich vorstellt. Und dieser Look ist bombastisch, aber selbst wäre man darauf nie gekommen oder würde sich nicht trauen. Das ist ja wirklich Qual der Wahl. Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen und bis gespannt, was du am Ende aussuchst.

      Über meine Geschichte kann ich heute bis zu Tränen lachen, aber am Hochzeitstag war es wirklich so gar nicht lustig.

      Viele Liebe Grüße,
      Camila

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